Verbreitung
Weltweit erkrankt alle drei Sekunden ein Mensch an Demenz. Allein im deutschsprachigen Raum sind über zwei Millionen Menschen erkrankt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einem weiteren Anstieg.
Von Martin Mühlegg und Zeitenspiegel Reportagen
Aktualisiert am 23. März 2026
FAQ 1: Wie verbreitet ist Demenz weltweit?
Weltweit leben rund 50 Millionen Menschen mit Demenz. Etwa alle drei Sekunden erkrankt ein weiterer Mensch. Wegen der steigenden Lebenserwartung erwartet die Forschung, dass die Zahl der Betroffenen bis 2050 deutlich zunehmen wird.
FAQ 2: Wie viele Menschen im deutschsprachigen Raum sind betroffen?
In Deutschland leben etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, in der Schweiz rund 153’000 und in Österreich etwa 115’000 bis 130’000. In allen drei Ländern wird erwartet, dass die Zahl der Erkrankten in den kommenden Jahrzehnten deutlich steigt.
FAQ 3: Warum nimmt die Zahl der Demenzerkrankungen zu?
Der wichtigste Grund ist die steigende Lebenserwartung. Je älter Menschen werden, desto höher ist das Risiko für Demenz. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Bildung, Bewegung und gesunde Lebensweise das Risiko teilweise senken können.
Der Begriff Prävalenz bezeichnet die Anzahl erkrankter Menschen:
- In Deutschland leben nach epidemiologischen Schätzungen derzeit etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Pro Tag kommt es durchschnittlich zu 900 Neuerkrankungen. Prognosen zufolge wird die Zahl der Betroffenen bis 2050 auf bis zu 2,8 Millionen steigen, das entspricht einer jährlichen Zunahme von bis zu 40’000.
- In der Schweiz gibt es nach Hochrechnungen von Alzheimer Schweiz 2023 etwa 153’000 Menschen mit Demenz, allerdings hat nur etwa die Hälfte davon eine fachärztliche Diagnose. Die Zahl der Neuerkrankten liegt jährlich bei über 30’000. Für das Jahr 2050 prognostiziert der internationale Zusammenschluss von Alzheimer-Verbänden 299’000 Menschen mit Demenz in der Schweiz.
- In Österreich sind 2020 laut Schätzungen des nationalen Demenzberichts 115’000 bis 130’000 Menschen von demenziellen Erkrankungen betroffen. Im Jahr 2050 könnte die Anzahl auf etwa 230’000 Betroffene steigen.
- In Europa leben 2020 Berechnungen zufolge rund 9,8 Millionen Menschen mit Demenz. Eine Prognose des Dachverbands nationaler Alzheimer-Gesellschaften geht davon aus, dass bis 2050 europaweit doppelt so viele Menschen von demenziellen Erkrankungen betroffen sein werden.
- Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation die Zahl der Menschen mit Demenz auf etwa 50 Millionen. Die meisten leben in China, USA, Indien und Japan. Prognosen zufolge wird die Zahl der weltweit Betroffenen bis 2050 auf 131,5 Millionen steigen.
In diesen kleine Regionen sind die Menschen gesünder
Bezüglich der Häufigkeit von demenziellen Erkrankungen gibt es zwischen den westlichen Industrieländern kaum gravierende Unterschiede. Auch auf regionaler Ebene innerhalb der Länder konnten keine signifikanten Schwankungen beobachtet werden. Wenn man es kleinräumiger betrachtet, gibt es durchaus (kleinere) Regionen, in denen die Menschen gesünder alt werden. Erfahren Sie mehr über diese «Blauen Zonen», die es zum Beispiel auf der Mittelmeerinsel Sardinien gibt:
Inzidenz von Demenz
Als Inzidenz bezeichnet man die Anzahl der zuvor gesunden Menschen, die im Verlauf eines Jahres erkranken. Internationalen Berechnungen zufolge erkranken in diesem Zeitraum zwei Prozent der über 65-Jährigen an einer Demenz. Bei Menschen, die 90 Jahre oder älter sind, steigt das jährliche Risiko einer demenziellen Erkrankung auf mehr als 12 Prozent.
So verändern sich die Zeitlichen Trends
Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung ist die Zahl der Menschen mit Demenz in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Das Krankheitsrisiko innerhalb der verschiedenen Altersgruppen hat aber nicht zugenommen. Immer mehr Forschungsergebnisse weisen sogar auf eine sich abzeichnende Verminderung der Demenzerkrankungen hin.
Aktuelle Berechnungen von Alzheimer Europe etwa ergaben eine um 10 Prozent verminderte Anzahl von Menschen mit Demenz gegenüber den Daten von vor 2008. Auch eine Studie der Universität Leipzig hat festgestellt, dass Menschen, die heute 85 Jahre alt sind, seltener von Demenz betroffen sind als diejenigen, die dieses Alter eine Generation früher erreichten. Ursache dafür könnte ein höherer Bildungsgrad, größere geistige und körperliche Aktivität, gesündere Ernährung und die bessere Vorbeugung gegen Herz-Kreislauferkrankungen sein.
Der Trend zu rückläufigen Erkrankungszahlen gilt nur für die westlichen Länder. Studien aus dem asiatischen Raum deuten auf eine weiterhin stark steigende Anzahl von demenziellen Erkrankungen hin. Ob die weltweiten Erkrankungszahlen künftig wirklich abnehmen werden, ist also noch unklar.
Links und Literatur zur Verbreitung von Demenz
> Informationen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft über die Zahl der Erkrankten
> Details von Alzheimer Schweiz zur Verbreitung von demenziellen Erkrankungen in der Schweiz
»Nach der Diagnose waren wir verzweifelt und fühlten uns allein. Das Demenz Meet war für uns der Türöffner für ein gutes Leben mit Demenz. Heute sagt mein Mann Beni: Es ist egal, wenn vieles nicht mehr geht. Dann mache ich halt die Sachen, die ich kann!«
Rolf Könemann, Angehöriger und Buchautor
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