Parkinson-Demenz: Symptome, Verlauf und Behandlung
Bei einer Parkinson-Demenz machen sich Aufmerksamkeitsdefizite und verlangsamtes Denken früh bemerkbar. Der Gedächtnisverlust kommt erst später.
Von Martin Mühlegg und Zeitenspiegel Reportagen
Aktualisiert am 5. Mai 2026
FAQ 1: Woran erkennt man eine Parkinson-Demenz?
Typisch sind frühe Aufmerksamkeitsprobleme und verlangsamtes Denken. Betroffene haben Mühe beim Planen, sprechen stockender und wirken oft antriebslos. Das Gedächtnis bleibt anfangs relativ stabil und verschlechtert sich erst später.
FAQ 2: Wie entsteht eine Parkinson-Demenz?
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Mangel an Botenstoffen im Gehirn, vorwiegend Acetylcholin. Dadurch sterben Nervenzellen ab – und kognitive Fähigkeiten wie Denken und Orientierung nehmen ab.
FAQ 3: Wie wird Parkinson-Demenz behandelt?
Heilen lässt sich die Krankheit nicht. Medikamente können Symptome lindern und geistige Fähigkeiten stabilisieren. Ergänzend helfen Bewegung, Gedächtnistraining, kreative Aktivitäten und soziale Kontakte, die Lebensqualität zu erhalten.
Die Parkinson-Demenz schreitet langsam voran
Die Parkinson-Krankheit, auch Schüttellähmung genannt, ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Zu den typischen Symptomen gehören zitternde Hände, steife Muskeln und verlangsamte Bewegungen. Etwa ein Drittel aller Menschen, die daran erkranken, sind in absehbarer Zeit auch von einer Demenz betroffen. Das Risiko dafür steigt mit zunehmendem Alter, bei den über 75-jährigen Parkinson-Patienten entwickelt bereits jeder zweite eine Demenz.
Die Parkinson-Demenz beginnt schleichend und schreitet langsam voran. Eine Erkrankung liegt vor, wenn mindestens zwei kognitive Funktionen beeinträchtigt sind, etwa die Aufmerksamkeit oder die Sprache. Das Gedächtnis der Erkrankten hingegen ist zunächst kaum gestört, ebenso wenig ihre Lernfähigkeit, obwohl sie das Gelernte meist nur verzögert abrufen können.
Das sind die Symptome und Ursachen von Parkinson-Demenz
Die Parkinson-Demenz geht mit folgenden Symptomen einher:
- Beeinträchtigte Aufmerksamkeit und verlangsamtes Denken
- Probleme beim Planen und Organisieren
- Verlust der geistigen Beweglichkeit
- Sprach- und Wortfindungsprobleme
- Störungen der räumlichen Orientierung
- Apathie und Persönlichkeitsveränderungen
- Depressionen und Halluzinationen
Die Ursachen der Parkinson-Demenz sind noch nicht endgültig geklärt, doch kommt es ähnlich wie bei der Alzheimer-Demenz zum Absterben von Nervenzellen, die Acetylcholin produzieren – und dadurch zu einem Mangel an diesem für viele kognitive Prozesse wichtigen Neurotransmitter.
Diagnose und Behandlung von Parkinson-Demenz
Bei der Abklärung einer Parkinson-Demenz erhebt der behandelnde Arzt im Gespräch mit dem Patienten und den Angehörigen zunächst die Krankengeschichte. Dabei fragt er auch nach der genauen Symptomatik und danach, welche Medikamente der Patient einnimmt. Letzteres ist wichtig, weil manche Präparate eine Demenz verstärken können und deshalb durch andere ersetzt werden sollten.
Der Patientenbefragung folgen eine körperliche Untersuchung und eine Blutentnahme für die Laboranalyse. Außerdem prüft der Arzt mit speziellen kognitiven Tests, ob eine Parkinson-Demenz oder eine andere Demenzform vorliegt. Erhärtet sich der Verdacht auf eine demenzielle Erkrankung, geben bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) Aufschluss über die Art und das Ausmaß der neurodegenerativen Störung.
Heilbar ist eine Parkinson-Demenz ebenso wenig wie andere Demenzformen, doch es gibt Medikamente zur Linderung der Symptome. Dazu gehört etwa der Wirkstoff Rivastigmin, der den Mangel an Acetylcholin ausgleicht. Damit können das Denken, Lernen und Erinnern der Patienten und damit die Alltagskompetenz länger erhalten werden. Wichtig ist auch, dass die Einnahme vieler Antipsychotika, etwa gegen Halluzinationen, bei Patienten mit Parkinson-Demenz zu gravierenden Nebenwirkungen führen kann, unter anderem zur Verstärkung der Parkinson-Symptome.
Auch nichtmedikamentöse Behandlungen wie Krankengymnastik, viel Bewegung, gesunde Ernährung, Gedächtnistraining und Therapieformen wie Malen, Musik oder Tanz verbessern die Lebensqualität von Patienten mit Parkinson-Demenz. Neben der körperlichen und geistigen Aktivierung kann auch die Förderung von sozialen Kontakten dazu beitragen, den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern.
Links und Literatur zur Parkinson-Demenz
> Hier gibt es einen Überblick über die Ursachen und Symptome der Parkinson-Demenz
> Iris Hinneburg, Demenz und Parkinson – Beratungspraxis, Deutscher Apotheker Verlag, 2013
»Lange fühlte ich mich mit der Erkrankung meiner Mama allein. Auf den Demenz Meets erlebte ich ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. Diese Treffen sind für mich wichtig, weil ich dadurch erlebe, dass ich nicht allein bin.«
Peggy Elfmann, Angehörige und Autorin
Jetzt spendenEntdecke unsere weiteren Plattformen:
demenzworld
Alles für das Leben mit Demenz: Verschaffe dir einen Überblick über die demenzworld und entdecke unser demenznavi.
demenzjournal
Interviews, Reportagen, Blogs und mehr: demenzjournal versorgt dich seit 2016 crossmedial mit Demenzwissen.
demenzmeets
Triff Angehörige, Betroffene und Fachpersonen zu einem Austausch auf Augenhöhe und verbringe »leichte Stunden zu einem schweren Thema«.
demenzforum
Tausche dich in unserem sicheren Online-Forum vertrauensvoll zum Alltag mit Demenz aus und erhalte rasch Antworten.