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Tipps für den Alltag

Das Zusammenleben mit Menschen mit Demenz wirft für Angehörige und Betreuende viele Fragen auf. Es gibt indes praktische Empfehlungen, die dabei helfen, würdevoll und sicher mit den Betroffenen umzugehen, Konflikte zu vermeiden und den Alltag besser zu bewältigen.

Von Martin Mühlegg und Zeitenspiegel Reportagen

Aktualisiert am 24. März 2026


FAQ 1: Wie kann der Alltag mit Menschen mit Demenz positiv gestaltet werden?
Feste Routinen, vertraute Abläufe und gemeinsame Aktivitäten geben Orientierung und Sicherheit. Bewegung, soziale Kontakte und anregende Beschäftigungen fördern Wohlbefinden und Lebensqualität – wichtig ist, weder zu überfordern noch zu unterfordern.

FAQ 2: Wie gelingt eine gute Kommunikation mit Menschen mit Demenz?
Hilfreich sind Blickkontakt, einfache und klare Sätze sowie Ja-Nein-Fragen. Auch Körpersprache, Berührungen und Geduld spielen eine wichtige Rolle. Korrigieren oder diskutieren führt oft zu Frust – besser ist ein verständnisvoller Umgang.

FAQ 3: Wie können Angehörige mit schwierigen Situationen umgehen?
Aggression, Unruhe oder Vorwürfe haben oft Ursachen wie Angst, Schmerzen oder Überforderung. Wichtig ist, ruhig zu bleiben, nicht persönlich zu reagieren und für Ablenkung oder Entlastung zu sorgen. Unterstützung durch Familie oder Dienste hilft zusätzlich.


Gestalte den Alltag positiv

  • gewohnte Ordnung und Routinen beibehalten
  • zu Beschäftigungen anregen, ohne zu über- oder unterfordern
  • Körper, Geist und alle Sinne anregen 
  • gemeinsam unterwegs sein
  • soziale Kontakte fördern
  • im Bekannten- und Freundeskreis offen mit der Krankheit umgehen
Aktivierung und Entspannung

Aktivierung und Entspannung gehören im Alltag mit Demenz zusammen. Wer beides gezielt einsetzt, fördert Fähigkeiten, schafft Ruhe und stärkt das … weiterlesen

Behalte das Wohlergehen des Betroffenen im Auge

Schlaf

Manche Menschen mit Demenz verlieren ihre «innere Uhr». Sie können Tag und Nacht nicht mehr unterscheiden, sind nachts unruhig, laufen … weiterlesen

➔ Tipps zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens

➔ Empfehlungen zur Körperpflege und zum An- und Auskleiden

So passt du die Kommunikation an

  • Blickkontakt herstellen
  • einfache und eindeutige Sprache benutzen
  • Ja-Nein-Fragen stellen
  • Körpersprache und Berührungen einsetzen
  • Verständnis und Anteilnahme vermitteln
  • nicht berichtigen und belehren
Kommunikation

Menschen mit Demenz verlieren nach und nach ihre Sprache. Die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen, bleibt aber bis zum … weiterlesen

Das Wohnen mit Demenz verändern

Wohnen

Um möglichst lange selbstbestimmt leben zu können, benötigen Menschen mit Demenz angepasste Wohnungen und Lebensräume. weiterlesen

Umgang mit schwierigen Situationen und Verhaltensweisen

  • möglicherweise ursächliche Depression, Schmerzen oder Infektionen ärztlich abklären
  • Überforderung, Ängstigung und Frustration vermeiden
  •  Aggression und Anschuldigungen nicht persönlich nehmen 
  • die Realität des demenziell Erkrankten anerkennen
  • für Ablenkung sorgen und nicht diskutieren
Herausforderndes Verhalten

Unruhe, Schreien, Aggressivität von Menschen mit Demenz: Oft stehen Schmerzen, Ängste, Überforderung oder nicht erfüllte Bedürfnisse dahinter. Manchmal müssen es … weiterlesen

Auf Arzt- und Krankenhausbesuche vorbereitet sein

  • Personal über Demenz informieren
  • über Gewohnheiten, Ängste und Vorlieben der Betroffenen informieren
  • vertraute Dinge mitgeben
  • beim Arzt lange Wartezeiten vermeiden
Arztbesuch

Manche Menschen mit Demenz gehen nicht gerne zum Arzt. Die einen ängstigen sich vor schlechten Nachrichten, vielleicht vor der Diagnose … weiterlesen

Rechtliches und Finanzielles regeln

Finanzierung

Die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz ist aufwendig. Dieser Beitrag zeigt auf, wie die Kosten dafür getragen werden … weiterlesen

Entlastung finden

  • Umfeld einbeziehen
  • Unterstützungsangebote wie ambulante Pflegedienste oder Besuchsdienste wahrnehmen
  • sich feste Auszeiten nehmen 
  • sich mit anderen Betroffen austauschen
Entlastung

Demenz stellt Beziehungen auf die Probe. Die Angehörigen von Menschen mit Demenz brauchen deshalb ebenso Unterstützung und Zuwendung wie die … weiterlesen

Bewegungen fachkundig unterstützen

Gerade alltägliche Bewegungen wie ankleiden, aufstehen oder Schuhe anziehen werden schwieriger, je imobiler der Betroffene ist. Sorgende Angehörige laufen Gefahr, durch unsachgemäßes Aufhelfen ihren eigenen Körper zu überlasten. Zudem endet diese gut gemeinte, aber nicht zielführende «Hilfe» in Frustration auf beiden Seiten – zum Beispiel wenn der Pflegende die beeinträchtigte Person aus dem Stuhl zerrt, diese aber durch ihr Körpergewicht zurücksinkt.

Hier hilft die Kinästhetik – eine Bewegungslehre, die fachkundige Mobilisierung ermöglicht. Dabei geht es um zwei Fragen:

  • Wie funktioniert der Bewegungsapparat des Menschen, wie funktioniere ich?
  • Wie kann ich anschließend dieses Wissen so zur Anwendung bringen, dass mein Gegenüber sich selbst besser versteht?

Wenn Sie jemanden zuhause pflegen, ist es wichtig, dass Sie die Aktivität, die Sie unterstützen, bei sich selbst studieren. Und: Versuchen Sie die betreute Person so zu unterstützen, dass diese sich selbst beteiligen kann. Wie das genau aussieht, erfahren Sie hier:

Quelle YouTube/Marcus May

➔ Michael Schmieder und Uschi Entenmann, Dement, aber nicht bescheuert. Über einen neuen Umgang mit Demenz, Ullstein, 2015

➔ Alzheimer Schweiz, Leben mit Demenz, Tipps für Angehörige und Betreuende

➔ Stefanie Becker, Demenz. Den Alltag mit Betroffenen positiv gestalten, Alzheimer Schweiz/Beobachter

➔ Zentrum für Qualität in der Pflege, Demenz. Anregungen für Partnerinnen und Partner

Gerald Hüther

»Es macht Menschen krank, wenn sie mit ihren Problemen allein gelassen werden. Deshalb ist es gut, dass es demenzworld gibt.«

Gerald Hüther, Hirnforscher und Bestsellerautor

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